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Tag 12, Issyk Kul – Kok Jaiyk Valley, 236km

Guten Morgen vom zweitgrößten Gebirgssee der Welt. Der Issyk Kul ist ganze 182km lang und durch unterirdische heiße Quellen und geringem Salzgehalt friert er trotz der Höhe im Winter nicht zu.

Aber genug der Fakten, heute war volles Programm.

Richtung Osten ging es am Ufer entlang. Ein paar Statuen und Sowjetrelikte säumten immer wieder den Weg. Erster großer Stop war der Mars Canyon. Kaum zu glaube, aber der Name verräts: es sieht aus wie auf dem Mars. Träumchen so zur Mittagspause. Danach endlich mal lostplacen. Die nette Dame, die das alte Pioniercamp am See bewohnt, bat uns höflich hinein und wir konnten uns alles in Ruhe anschauen. Mit einem Trinkgeld und Schokolade für die kleinen verabschiedeten wir uns in Richtung Fairytale Canyon. Man könnte meinen, die letzten Tage sind nicht zu toppen. Oh doch. Mal wieder eine beeindruckende Szenerie, nicht von dieser Welt. Die Sonne knallte wieder aufs übelste in die Frontscheibe und die Motorwärme im Innenraum gab uns den Rest. Rein ins Wasser. Wellengang und Weite wie im Mittelmeer. Fein. Nach weiteren zwei Stunden mit einer Mischung aus Schlaglochpiste und Stauballee erreichten wir das Kok Jaiyk Tal. Oben an der Abbruchkante stehen wir in erster Reihe mit Blick auf die Seven Bulls Rocks.

Zusammengefasst war es heute mal wieder… nur gutt!

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Tag 11, Söng Kul – Issyk Kul, 252km

Über den Tersek-Torpok Pass ging es zum Tagesziel, dem Söng Kul See. Er ist der zweitgrößte See Kirgistans und gilt als das kulturelle Herz des Landes auf. Über 3000m Höhe liegt er still eingebettet von unberührten Hochweiden und den Bergketten des Tien Shan. Wir gönnen uns ein zweites Frühstück am Ablauf des Sees. Nach den Tagen im Nirgendwo geht es nun weiter in den Nordosten Kirgistan. Hier schlägt das touristische Herz des Landes, und dennoch ist das überhaupt kein Vergleich mit einem europäischen Touri Hotspot. Auch wenn es am Rande des Issyk Kul, dem größten See des Landes, eine Menge Vergnügungmöglichkeiten gibt, ist es dennoch alles sehr entspannt. Über den Orto Tokoy See ging es südlich am Seeufer entlang bis in den Forgotten River Canyon. Schwer beeindruckt tingeln wir durch das alte Flussbett bis zum Issyk Kul. Ein absoluter Wahnsinn, was die Natur hier geschaffen hat. Was wir hier am Südufer an Gesteinsformationen vorfinden ist irre. Nach verdienter Abkühlung schlafen wir unser Camp in erneut absolut unwirklicher Umgebung auf. Sonnenuntergang, Vollmond, Campfire. Da bleibt uns auch heute glatt die Spucke weg.

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Tag 10, Köl Suu – Tersek-Topok, 235km

Wir haben herrlich geschlafen. Draußen 6 Grad, drinne Ofenwärme und dicke Decken. Als es morgens langsam hell wurde, konnte man immer mehr die Struktur des Jurtendaches über einem erkennen. Kein Wunder, dass es der runde Kreis mit den kreuzfrörmigen Streben bis auf die Nationalflagge geschafft hat. Viel authentischer geht es wohl nicht.

Wir bekamen noch ein tolles Frühstück serviert und nahmen den Bruder der gastgebendem Familie mit in den nächsten Ort. Das heißt hier 150km und ca. 4 Stunden. Wir kämpften uns raus aus dem Tal und eine Stunde vor Naryn war es dann endlich mal soweit. Unsere erste Reifenpanne. Ich glaube es gibt dafür kaum eine schönere Stelle. Aufgrund seiner drei großartigen Assistenten und fachmännischer Anleitung brauchte Jens für den Pitstop nur 20 Minuten. Fast wie in der Formel 1. Der Hirte hat sich noch ein Bier aus unserer Verpflegungsbox rausgesucht und weiter ging es nach Naryn zum Reifendoktor. Großes Kino. Während die kirgisischen Pneu-Profis für 7 Euro den Reifen flickten, gaben wir unseren Mitfahrer ab und schlugen uns im Nomad Cafe nochmal den Bauch voll. Reifen holen, Tank und Vorräte auffüllen und weiter gings. Ziel war eigentlich der Söng Kul See. Bevor es jedoch über den Tersek-Topok Pass zum See gehen sollte, war es leider zu schön und wir mussten da bleiben. Naja. Eine weitere kalte Nacht bei Sternenhimmel und Lagerfeuer steht uns bevor. Wir wollen uns auf gar keinen Fall beschweren.

Es ist Halbzeit unserer Tour. Wahnsinn, wie die Zeit rennt. Wir haben so viele Highlights in den vergangenen Tagen gehabt. Egal was jetzt noch wird oder nicht wird, das ist am Ende alles nur noch das Sahnehäubchen auf dem Kuchen.

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Tag 9, Kok-Kiya – Köl Suu, 50km

Da hats uns doch fast noch weggeweht bei Sturm und bitterkalten 3 Grad heut Nacht. In den Bergen haben wir alle vier Jahreszeiten an einem Tag. 17km vor China genossen wir nochmal den Ausblick bevor es von den Klippen am Rande des Tales nach unten zum Fluss ging. Doch dann verzögerte sich unser Start. Nachdem ein paar Jäger geritten kamen, um einen Wolf zu suchen, bekamen wir noch Besuch von der Border Patrol. Wie alle, waren auch diese Herren sehr erfreut uns zu sehen. Die Kombination aus Deutscher Tourist und Buhanka scheint hier nicht ganz alltäglich zu sein. Wir saßen kurz bei einem Kaffee zusammen, verstanden alle fast kein Wort und waren erfreut uns dennoch oder genau deswegen in dieser Runde getroffen zu haben. Weiter ging es stromaufwärts bis zum Köl Suu See. Wir passierten zum ersten Mal die Militärkontrolle für das Grenzgebiet, wofür wir das Permit benötigen. Unglaublich entspannte Menschen hier überall, wenn man denn mal welche trifft und das meistens auf dem Pferd.

Der Köl Suu, 3500 m über dem Meeresspiegel, 12 km lang, aber dafür nur wenige 100 m breit. Eine fjördähnliche Schlucht umschlossen von senkrechten Felswänden. Türkisblaues Wasser, eine absolut beeindruckende Szenerie. Wir starteten unser 12km Wanderung am Mittag. Wahnsinnig anstrengend auf der Höhe sich auch noch sportlich zu betätigen. Wie das Glück uns eben so hold ist, erwischten wir bei unserer Ankuft als Jahreszeit den Sommer. So muss das. Nach ausgiebiger Pause und am See ging es zurück bis ins Tal. Pünktlich zum einsetzenden Sturm und Regen ereichten wir das Ulan Jurten Camp was uns heute beherbergen wird. Nach einem tollen Abendbrot bei bester Gesellschaft bezogen wir unsere Jurte. Was für beeindruckende Tage.

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Tag 8, Kaserman – Kok-Kiya, 256 km

Hier könnten wir noch ein bisschen verweilen, so beeindruckend ist die Ruhe und der Ausblick auf die umgebenden Gebirgsketten. Wir befinden uns hier dauerhaft zwischen 2500 und 3500m. Auch unser heutiges Tagesziel liegt weit ab, von jeglicher Zivilisation, unweit der chinesischen Grenze. Eine lange Offroad Strecke führt uns durch das Aksay Tal an die Klippen des Kok-Kiya Canyons. Haben wir schon mal etwas beeindruckenderes gesehen? Ich glaube nicht (viel). Wahnsinn, was die Natur hier hin gezaubert hat. Die Fahrt hierher war wirklich anstrengend, aber das hat sich mehr als nur gelohnt. Aus Asphalt wurde Weg, aus Weg wurde Flussbett, aus Flusbett wurde Wiese und dann ist auf einmal Schluss und wir stehen auf 3300m am Abgrund. Der absolute Wahnsinn. Wir saßen noch lang am Feuer und bestaunten die umliegenden 5000er und den Sternenhimmel. Danke dafür.

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Tag 7, Osch – Kasarman, 333km

Wir starten unweit der usbekischen Grenze vom südlichsten Punkt unserer Reise. Es geht ins absolute Nichts. Der Tag könnte gegensätzlicher kaum sein. Nachdem wir uns den halben Tag durch den Verkehr auf der neuen Seidenstraße kämpfen, verlassen wir am Mittag die Hauptroute und begeben uns durch steile Täler in Richtung Hinterland. Handyempfang? Nicht vorhanden. Den Nachmittag verbringen wir im Hochland zwischen Kasarman und Naryn.

Es ist einfach atemberaubend. Hinter jeder Ecke neue Gesteinsformationen und Farben. Eine unendliche Weite, hunderte Quadratmeter unbewohntes Land, wilde Flüsse und sanfte grüne Hügel. Bob Ross würde es lieben. Hinter dem Kara Ko Pass finden wir auf 2500m Höhe ein traumhaftes Plätzchen mit Blick. Life is good.

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Tag 6, Tash Kömür – Osch, 313km

Was ein Spot. Zeitiges Aufstehen und Genuss am Fluss war angesagt. Wir ziehen wirklich nur ungern weiter, aber die alte Bergbaustadt Mailu Suu mit einigen Relikten wartete schon auf uns. Auch hier ist mit „lostplacen“ nicht mehr viel. Wie in Min Kush sind auch hier die Chinesen fleißig am Bauen und Ausbeuten. Weiter ging es weiter bis nach Osch. Ist die zweitgrößte Stadt des Landes und Ausgangspunkt zum berühmten Pamir Highway. Wir besuchten noch ein paar alte Militärflugzeuge und den Bazar bevor wir uns noch die Mägen mit dem traditionellem kirgisischen Essen füllten. Ein lauschiges Plätzchen und Gewitterchen am Dangi Canyon rundet den Tag ab. Wir gewöhnen uns so langsam an den Rhythmus. Diese Reise ist etwas anders als unsere vorherigen. Hier bestaunen wir an jeder Ecke, beeindruckende neue Landschaften und eben nicht wie gewohnt Lostplaces im Stundentakt. Das Ganze ist nicht minder beeindruckend und braucht wohl doch ein wenig, um in Gänze verarbeitet zu werden.

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Wegen schön

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Tag 5, Talas – Tash Kömür, 411km

Wir starten mit einem reichhaltigen Frühstücksbuffet in den Tag. Auch heute wird die Fahrt nicht kürzer. Für uns geht es weit nach Süden bis in die alte Industriestadt Tash Kömür. Es sind über 30 Grad und hinter der Frontscheibe des Buhanka gefühlte 50. Klima hat er eben nicht der Gute. Nach dem Mittag passierten wir den Toktogul See. Ausgetobt haben wir uns allerdings erst in der Zielstadt. Bekannt ist der Ort für den Kohleabbau und früher auch für Halbleiter und Silizium für die sowjetische Elektronikindustrie. Für uns gibt es hier eine Menge zu sehen. Brücken, Denkmäler und Kraftwerke zum Bestaunen und Entdecken. Dazu noch ein Schlafplatz am wunderschönen Naryn River inklusive Campfire. Herrlich.

PS: neuestes Buhanka Feature: ab und zu hupt er von alleine 😂

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Tag 4, Ak-Kol – Talas, 425km

Der erste große Ritt steht heut an. Frühstück haben wir aufgrund des Regens am Ak-Kol ins Kölömeren Tal verschoben. Was für eine Szenerie! Circa 400 km stehen heute an. Aufgrund der teils schwierigen Verkehrsinfrastruktur braucht man dafür auch mal gute 10 Stunden. Kleiner Test für die nächsten Tage. Nach dem Mittag erreichten wir im Nebel den Otmok Pass auf 3326m. Weiter ging es für uns in die Region Talas bis zur kasachischen Grenze. Auf der Staumauer der Kirov Talsperre, thront ein riesiger Betonkopf mit dem Abbild Lenins, welcher etwa die Höhe eines fünfstöckigen Gebäudes hat und eines der größten Denkmäler seiner Art weltweit ist. Wir sind durchaus beeindruckt. Unser Ziel liegt heute in Talas. Die erste Unterkunft auf unserer Tour ist gefühlt ein altes Wohnzimmer samt langer Tafel. Gespeist haben wir gleich nebenan wie die Fürsten. Kann man so machen.